Übertragung, Gegenübertragung und Selbstfürsorge in Beratung & Coaching

Vielleicht kennst du diese Situation:

 

Du gehst gestärkt und klar in ein Beratungsgespräch – und verlässt es plötzlich erschöpft, verunsichert oder innerlich aufgewühlt. Ohne genau benennen zu können, was eigentlich passiert ist.

Solche Erfahrungen sind im Beratungs-, Coaching- und Trainingsalltag nicht ungewöhnlich. Häufig sind sie Ausdruck von Übertragungs- und Gegenübertragungsprozessen – also von unbewussten Beziehungsmustern, die Klient*innen in den Kontakt einbringen und die sich in deinem eigenen Erleben widerspiegeln.

Frühe Beziehungserfahrungen prägen, was wir von anderen erwarten und wovor wir uns schützen. Diese Muster wirken oft unbewusst weiter und werden im Beratungskontakt neu inszeniert – weniger durch Worte, mehr durch Gefühle, Körperreaktionen und Beziehungsgestaltung. Als Berater*in nimmst du das wahr, manchmal sehr deutlich.

Deine eigenen emotionalen Reaktionen – die Gegenübertragung – sind dabei kein Zeichen mangelnder Professionalität. Im Gegenteil: Sie können ein wertvoller Hinweis auf das Beziehungsgeschehen sein. Voraussetzung ist, dass du sie erkennst, einordnest und bewusst mit ihnen umgehst.

Hier berührt das Thema unmittelbar deine Selbstfürsorge. Denn professionelle Selbstfürsorge bedeutet nicht nur Pausen oder Ausgleich, sondern vor allem innere Klarheit:
die Fähigkeit, zwischen eigenen Gefühlen und übernommenen Gefühlen zu unterscheiden, dich innerlich abzugrenzen und deine professionelle Rolle bewusst zu halten.

Wer Übertragungsdynamiken nicht erkennt, läuft Gefahr, sich emotional zu verausgaben oder unbemerkt in alte Beziehungsmuster hineingezogen zu werden. Wer sie versteht, kann sich innerlich entlasten – und das eigene Erleben als Ressource nutzen, statt daran zu erschöpfen.

In unserem Seminar „Übertragung und Gegenübertragung in Beratung, Coaching und Training“ beschäftigen wir uns mit diesen Dynamiken anhand von Theorie, Selbsterfahrung und praxisnahen Übungen. Eigene Fälle aus deinem Arbeitsalltag kannst du einbringen und beziehungsdynamisch reflektieren.

Ziel ist es, deine Beratungskompetenz zu vertiefen, professionelle Beziehungsgestaltung zu stärken – und gleichzeitig mehr Selbstfürsorge, innere Klarheit und Sicherheit in deinem Beratungsalltag zu gewinnen.

Wir wünschen dir ein Jahr mit klaren, lebendigen Prozessen in deiner Arbeit, mit tragfähigen Beziehungen zu deinen Klient*innen – und ebenso mit genügend Raum für dich selbst, für das, was dich persönlich nährt, stärkt und innerlich ruhig werden lässt.

Oder, um es mit einem Zen-Wort zu sagen:
„Du kannst kein klares Wasser weitergeben, wenn du selbst aus einem leeren Gefäß schöpfst.“

In diesem Sinne: Möge deine professionelle Klarheit ebenso wachsen wie deine Selbstfürsorge.

 

Herzliche Grüße

Markus Bundschuh 
Dipl. Organisationspsychologe
Gestalt- und Traumatherapeut (HeilprG)

weitere Informationen zur Weiterbildung hier auf der Webseite

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